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 Chemie-Keule im Naturschutzgebiet

Glyphosat-Einsatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto und Text
Matthias Bussen,
Thomas Becker

 

Im September 2017 wurde eine landwirtschaftliche Fläche im Naturschutzgebiet (NSG) Isselniederung am Kranendeich zwischen
Ringenberg und Dingden mit Glyphosat in eine Mondlandschaft verwandelt.
Damit verloren sämtliche dort lebenden Insekten ihre Nahrungs- und Fortpflanzungsgrundlage.
Dies ist angesichts des rasanten Insektenschwunds von bis zu 80% in den letzten 30 Jahren ein Skandal.

Noch skandalöser ist die Tatsache, dass dies in einem NSG möglich und völlig legal ist.
Während einem Hundehalter z.B., der seinen Hund in einem NSG frei laufen lässt, (zu Recht) ein Bußgeld von 400 € droht,
darf der Landwirt auf seinem Privatgelände gegen sonst übliche Vorlagen ganz legal verstoßen.


Im Hintergrund ist ein Storchenrad zu sehen.
Da stellt sich der Naturfreund die Frage, mit was ein mögliches Storchenbrutpaar seine Jungvögel füttern soll.
Jungstörche werden in den ersten Tagen mit Großinsekten und Regenwürmern gefüttert.

 

Die folgenden Fotos wurden am 14. und 16.April 2018 aufgenommen.

Glyphosat BislicherGlyphosat Detail

Sie zeigen einen großräumigen Glyphosat-Einsatz zwischen Bislicher Straße und Sportplatz in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung

Obwohl Glyphosat ein Unkrautvernichtungsmittel ist, kann es trotzdem sehr schädlich auf Tiere im Boden wirken.
Eine Studie aus dem Jahr 2015 belegt, dass einige Regenwurmarten nach dem Ausbringen von Glyphosat ihre
Aktivitäten einstellen und dass die Vermehrungsrate um über 50 % sinkt! (Link)
Die Bodenfruchtbarkeit sinkt dadurch langfristig deutlich.

Das gleiche Problem stellt sich natürlich auch bei anderen Vogelarten und Kleinsäugern:
wo es keine Pflanzen gibt, gibt es auch keine Larven, Spinnen usw.

Eine gut verständliche Aufarbeitung des Themas Glyphosat findet man auf der Seite des BUND >>>  und bei Utopia >>>

 

Frankreich steigt aus der Verwendung von Glyphosat aus.

Regierungschef Edouard Philippe hat entschieden, dass das Mittel bis zum Jahr 2022 "in Frankreich verboten" wird.

In Frankreich trägt die Landwirtschft mit 3,5 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, in Deutschland sind dies nur 0,8 %.
Der Anteil der in der deutschen Land-und Forstwirtschaft Beschäftigten an allen Erwerbstätigen beträgt 1,6 %, in
Frankreich 4%.
Trotz des bedeutenderen Anteils an der Volkswirtschaft entscheidet sich Frankreich zu diesem Schritt.

Ein Argument hierzulande ist, dass bei einem Verzicht auf Glyphosat die Agrarimporte steigen würden.
Dabei ist Deutschland in den letzten Jahren zum viertgrößten Agrarexporteur weltweit aufgestiegen, nicht zuletzt
aufgrund der Subventionspolitik der EU.


Weitere Fotos von mit Glyphosat behandelten Flächen sind in der Galerie zu finden.

 ©  2019 NABU Hamminkeln